sandraGLONING
Frühling

 

Die Schmetterlinge beginnen wieder über die Wiesen zu tanzen,

und die ersten Blüten strecken lächelnd ihr Gesicht in die Sonne.

Die Welt reckt die Arme, streckt sich

Und ist mit einem Mal wieder putzmunter.

 

Warum schaffe ich es immer noch nicht aus dem Bett zu steigen?

Warum kneife ich die Augen zusammen sobald ich in die Sonne gucke?

Die Welt zieht an mir vorbei und ich würde mir wünschen es wäre immer noch Winter.

 

Die Vögel kommen aus dem Süden,

bauen Nester, nisten sich ein in einer vollkommen neuen Welt.

Die Welt beginnt wieder zu grinsen, strahlt in die Gegend,

und ihr bester Freund, ihr engster Vertrauter ist die Sonne.

 

Wieso fühle ich mich immer noch so müde?

Warum ist es plötzlich nicht mehr so leicht sich zu verstecken –

Vor sich selbst und der Welt, die einem ins Gesicht lacht.

Welchen Grund gibt es, dass das Vergessen beim Sonnenschein so schwer fällt?

Die Welt beginnt sich wieder zu drehen,

doch aus irgendeinem Grund ist in mir immer noch Winter.

 

Die Stille des Winters ist dem Zwitschern der Vögel gewichen,

dem sanften Blasen des Windes,

das die Blätter jeden Abend vorsichtig in den Schlaf wiegt.

Die Fische der Seen beginnen wieder zu plantschen

Und spielen neckisch mit den Wellen die das letzt Eis davontragen.

 

Sagt mir doch bitte, wie die Welt es schafft aufzuwachen,

wenn diese eine Person es nie wieder wird,

diese eine Person, die den Frühling für mich gezaubert hat,

Jahr für Jahr.

Wie können die Vögel wieder zwitschern,

wenn sie nie wieder mit ihnen singen wird?

 

Ich werfe die Decke zurück

Und wünsche mir endlich aus dem Winterschlaf erwachen zu können.

Doch mein Winterfell ist dicker als ich dachte

Und es ist bereits fast Sommer,

als ich erkenne dass sie sich wünschen würde,

dass ich den Frühling sogar noch mehr liebe

als sie es tat.

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