sandraGLONING

Abschiedsbrief 

Kennt ihr das Gefühl allein zu sein, niemand zu haben und nicht mehr weiter zu wissen? Ich kannte dieses Gefühl nicht, oder höchstens sehr selten und dafür möchte ich mich bei euch bedanken. Ich schreibe weder um euch zu verletzen, noch um euren Schmerz zu vergrößern, oder euch Vorwürfe zu machen. Klar, es gab Momente in denen ihr mich so sehr genervt habt, dass ich mir wünschte ihr würdet verschwinden – für immer. Momente, in denen ihr mir weh tat und ihr es nicht mal bemerkt habt. Momente, in denen ich vor mir selbst und meinen Gefühlen weglaufen wollte.

 

Doch öfter, noch viel öfter habe ich mit euch gelacht und Gott dafür gedankt dass es euch gibt. Ich werde versuchen mich kurz zu fassen, auch wenn ich wahrscheinlich das Recht hätte meine letzten Worte etwas ausschweifen zu lassen. Wenn ich ehrlich bin weiß ich nicht mal was ich euch eigentlich sagen soll, aber ich hatte gerade einfach den unbändigen Drang etwas zu tun, etwas dass Sinn hat. Vielleicht schreibe ich euch auch nur, weil ich immer geschrieben habe und es mir gut tut.

 

Ich hatte die letzte Zeit viele Gelegenheiten nachzudenken und auch wenn ich es anfangs vermieden habe so gut es ging, so hatte ich letzten Endes kaum noch eine andere Wahl. Es gibt Dinge die man so lange wie möglich hinauszögern möchte und das war eins der Dinge. Es ist schwer zu sagen ob es zum Ende gehört, all dieses Nachdenken.

 

Anfangs hatte ich Panik, wirkliche Panik.

 

Ihr habt alle immer wieder gesagt ich würde es schaffen, wart unermüdlich mir das zu versichern. Ich habe nie damit gerechnet, von Anfang an nicht, um ehrlich zu sein. Jetzt da es vorbei ist kann ich es ja sagen, jetzt kann ich ehrlich sein. Vielleicht hätte ich das schon immer sein sollen. Vielleicht wäre es richtig gewesen alles mit euch zu teilen, doch meistens kommen einem solche Erkenntnisse immer erst wenn es zu spät ist.

 

Ihr hättet eure Gesichter sehen sollen, wenn ihr all das gesagt habt, nur um in Tränen auszubrechen, sobald ihr geglaubt habt außer meiner Sichtweite zu sein. Ihr habt nicht damit gerechnet, dass ich das alles bemerkt habe, oder?

 

Ach. Könntet ihr mich doch jetzt nur sehen, meine Lieben. Ich beiße auf meinem Stift rum und lächle. Und dass solltet ihr bitte auch tun.

 

Klammert nicht und versucht mich nicht festzuhalten. Verzweifelt nicht und redet euch nicht ein ich wäre der Mittelpunkt der Welt gewesen, denn dass war ich 15 Jahre meines Lebens nicht und ich habe auch nicht vor dass jetzt zu sein.

 

Irgendjemand hatte eine Bestimmung für mich und der werde ich folgen. Nicht freiwillig. Nicht gewollt. Aber ohne mich zu wehren oder zu verzweifeln.

 

Es tut weh euch loslassen zu müssen, mehr als ihr euch vorstellen könnt. Es ist nicht das Ungewisse, das mir Angst macht, sondern dass Einzige mit dem ich nicht leben kann ist der Gedanke euch zu verlieren.

 

Ich schätze jetzt einfach mal, dass keiner von euch über mein Wortspiel gelacht hat. Ach. Es tut gut mir jetzt Angelikas Gesicht vorzustellen, wie sie „Das ist nicht witzig!“ murmelt. Das Einzige was ich mir nicht vorstellen möchte sind eure Tränen.

 

Ich werde diese Welt erhobenen Hauptes verlassen, und ihr werdet euren Weg ebenso stolz weitergehen. Ich möchte dass ihr eure Träume verwirklicht so wie ich es getan hätte, und versucht dabei ihr selbst zu sein. Verliert euch nicht.

 

Ihr seid es, die das Leben lebenswert gemacht haben.

 

Lebt wohl,

 

doch ich habe noch eine Bitte:

 

Vergesst mich nicht. Vergesst unseren Streit und die Zickerein, die Meinungsverschiedenheiten und das Geschrei.

 

Vergesst all die Dinge die es wert sind sie zu vergessen und bewart das Schöne in eurem Herzen.

 

Bitte.

 

Wir sehn uns, irgendwann.

 

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